Bhutan - kurz und bündig
Das souveräne Königreich Bhutan liegt mitten im Himalaja.
Gleich 18 Gipfel in diesem Land sind höher als 7.000 Meter. Mehr
als 80 Prozent seiner Fläche liegen mehr als 2.000 Meter hoch.
Trotzdem verfügt das Land über große landwirtschaftliche
Flächen, die von den fruchtbaren Tälern aus terrassenförmig
bis in große Höhen angelegt werden. Mehr als 80 Prozent
der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Nur 2% der Bhutanesen
verfügen über kein eigenes Land.
Bhutan wurde vom 17. Jahrhundert bis 1907 von spirituellen Herrschern
wie dem Dharma und Deb Rajas regiert. Das Land ist in 18 Distrikte
unterteilt, die von einem Dzong, einer Klosterburg, aus regiert
werden. Im 19. Jahrhundert annektierten die Briten einige Gebiete
Bhutans. 1907 wurde der Gouverneur von Tongsa, Ugyen Wangchuk zum
Maharajah von Bhutan, später zum König, gewählt.
Die Briten kontrollierten die Außenpolitik des Gebirgsstaates.
1949 wurde die außenpolitische Führung an Indien übergeben.
Erst seit 1975 ist es Touristen möglich, das Land zu bereisen.
Der König
Der gegenwärtige Herrscher, seine Majestät König
Jigme Singhi Wangchuck, trägt heute den Titel, der erstmals
seinem Großvater verliehen wurde: Er ist der Druk Gyalpo,
"der erhabene Herrscher des Drachenvolkes". Als solcher
besitzt er sowohl die absolute Macht über seine Untertanen
als auch deren bedingungslose Liebe und Loyalität. Jigme Singhi
Wangchuck hat sein Amt 1972 übernommen und gilt auch heute
noch als äußerst volksnaher Regent.
Regierungschef
Seit 1998 regiert Lyonpo Jigmi Thinley. Im Parlament in der Hauptstadt
Thimpu sitzen außer dem König 150 Abgeordnete. 100 werden
vom Volk gewählt (1 Stimme pro Familie), 40 vom König
bestimmt und 10 Sitze werden von Vertretern der buddhistischen Klöster
eingenommen.
Bevölkerung
Bhutan hat ca. 600.000 Einwohner. Die Angaben schwanken allerdings
sehr stark. 40% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre,
nur 4% älter als 65 Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung
betrug 1999 53 Jahre.
Fläche
Bhutan hat eine Fläche von 46.500 m2 und ist damit etwa so
groß wie die Schweiz. Im Norden grenzt Bhutan an die autonome
Region Tibet, im Westen, Süden und Osten an Indien.
Sprache
Die Amtssprache ist Dzongkha, eine tibetobirmanische Sprache. Darüber
hinaus gibt es eine Vielzahl an Dialekten, die je nach Region sehr
unterschiedlich sind. In den Schulen wird auch Englisch unterrichtet.
Religion
Bhutan ist das einzige Land der Welt, in dem die tantrische Form
des Mahayana-Buddhismus offizielle Staatsreligion ist. 72 Prozent
der Bhutanesen sind Buddhisten, etwa 20 Prozent Hinduisten
und Moslems.
Klima
Das Klima in Bhutan ist regional sehr unterschiedlich, generell
aber vom Monsun geprägt. Anfang Juni setzt die Regenzeit ein.
Bis Oktober bringt der Monsun 80 Prozent der jährlichen Niederschläge.
Im Süden ist das Klima subtropisch mit durchschnittlichen Temperaturen
zwischen 15° C im Jänner und 25° C im Juli. In höheren
Lagen sind die Winter in den Gebirgstälern kalt, die Sommer
warm, Im Hochgebirge ist das Wetter kalt und rau.
Pflanzen- und Tierwelt
Mehr als zwei Drittel Bhutans sind bewaldet. Unter den 5.000 Pflanzenarten
befinden sich allein 50 endemische Rhododendronarten. In der Duar-Ebene
wachsen tropische Monsunwälder. In den nördlich gelegenen
Gebirgen dominieren alpine Birken-, Nadel- und Rhododendronwälder
sowie Hochmoore und Grasmatten. In den Bergtälern werden bis
in eine Höhe von 2.800 Metern Reis, Weizen, Kartoffeln und
Obst angebaut.
Berühmt ist Bhutan auch für seine Tierwelt. So gibt es
mehr als 700 Vogel- und rund 160 Säugetierarten. Im Dschungel
der Ebenen leben neben Elefanten, Nashörnern, Leoparden, Hirschen,
Bären, Büffeln und Tigern die letzten Exemplare der vom
Aussterben bedrohten Goldlanguren. In den Bergen leben Yaks, die
von den Hirten in den Sommermonaten auf die Hochweiden getrieben
werden.
Umwelt
In Bhutan legt man großen Wert auf Umweltschutz. Trotzdem
haben die wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum
den Druck auf die natürlichen Ressourcen erhöht.
Transportmittel
Die bhutanesische Fluglinie Druk Air verbindet Bangkok, Kalkutta
(2 Flüge pro Woche), New Delhi und Kathmandu (1 Flug pro Woche)
mit Paro, dem internationalen Flughafen Bhutans. Die Flüge
sind stark wetterabhängig. In Bhutan selbst gibt es keine Züge
und keine inländischen Flughäfen. Reisen im Land sind
daher nur zu Fuß, per Rad, Auto oder Autobus möglich.
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