Zeremonialschals
Zeremonialschals sind lange, etwa 60cm breite Seidentücher, die
von den Männern getragen werden, wenn sie einen Dzong betreten
oder in einer offiziellen Angelegenheit unterwegs sind. Die Schals
werden in einer ganz bestimmten Weise um den Körper geschlungen
und kennzeichnen - je nach Farbe - den Rang einer Person. Einige Schals
werden vom König verliehen, andere, weniger bedeutende, vom Innenminister.
Ein weißer Schal mit Fransen ist für gewöhnliche
Menschen. Ein weißer Schal mit Fransen und einem breiten roten
Längsstreifen in der Mitte und drei dünnen roten Querstreifen
wird vom Assistenten eines Distriktverwalters getragen. Einen weißen
Schal mit Fransen und breiten, senkrechten roten Bordüren nennt
man Khamar. Er wird vom Dorfvorsteher, dem Gup, getragen.
Ein roter Schal ohne Fransen steht dem Dasho, "dem Besten"
zu. Dieser Titel wird vom König an besonders ausgewählte
Personen für besondere Verdienste verliehen.
Ein dunkelblauer Schal deutet auf einen Volksvertreter hin, der
in den königlichen Beraterstab gewählt wurde.
Die Vizeminister erkennt man an den orangefarbenen Schals ohne
Fransen, die auch die Minister tragen.
Der König und der Je Khenpo, das religiöse Oberhaupt
des Landes, tragen einen safrangelben Schal.
Die königliche Leibwache, die Armee und die Polizei tragen
schmale Schals aus steifem Stoff. Alle hohen Beamten sind mit einem
Schwert ausgerüstet.
Die Frauen tragen - ungeachtet ihres Ranges - über der linken
Schulter einen rotgestreiften Gebetsschal, der der Länge nach
dreimal gefaltet und dann doppelt genommen wird. |